Elin Furubotn – „Heilt Ney Vei“

Ein erster, sanfter aber sehr überzeugender Schritt in die Welt. (Text: Ali Tschertow)

Elin Furuboten war mir bisher kein Begriff und auch nur wenigen Norwegern. Ist ihre Musik doch sehr ruhig und speziell, keine Volksmusik und auch kein Pop. Sie ist eben eine Singersongwriterin und als solche hat man es etwas schwerer, sich eine Fangemeinde zu zimmern.

Aufgewachsen ist sie in Tonstad, einem kleinen Nest in der Vest-Agder Region. Und diese Abgeschiedenheit zwischen dien hohen Bergen Sirdals und die daraus resultierende Bilderbuch gleiche Kindheit, geprägt vom Skifahren im Winter, Blaubeersammeln im Herbst und Musizieren mit den Schwestern, ist wohl der Quell für ihre Sicht der Welt und ihre Art Musik zu machen.

„Heilt Ney Vei“ ist Elin Furubotns viertes Album seit 1999 und ihr erstes Album mit dem Anspruch ein internationales Publikum zu erreichen.

In ihren Songs verpackt sie kleine Weisheiten und Geschichten. Das alles bettet sie in eine Musik, die unbekümmert frisch und in charmanter Noblesse daher kommt. Ihre Stimme ist glasklar, ihre Rhythmik ist geradeaus und irgendwie wirkt alles wohltuend entschleunigt.

Elin Furubotns – „Heilt Ney Vei“ ist Musik für Sonntage und die Abende stressiger Arbeitstage, denn die so gar nicht effektorientierte Art der Norwegerin und ihre sanften Melodien sind es, die das Zeug dazu haben das Tempo raus zu nehmen, sodass man sich einfach mal so ein bisschen fallen lassen und im Geiste wegfliegen kann.

Elin Furubotns – „Heilt Ney Vei“ erscheint am 17. Februar 2012 und ihr solltet auf jeden Fall einmal reinhören.

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Hellsongs – “LONG LIVE LOUNGE“

AC/DC und IRON MAIDEN so gecovert, dass sie auch mir gefallen. (Text: Ali Tschertow)

Ich habe mit das neue Album „LONG LIVE LOUNGE „ angehört und bedauerte sofort, dass ich von HELLSONGS noch nie etwas gehört hatte.

Die covern nicht einfach irgend ein Stück, irgendwie scheinen sie ein Gespür für die Essenz eines Songs zu haben und so ist ein von Hellsongs bearbeitetes Stück eine komplette Neuinterpretation.

Die Hellsongs gibt es schon seit 2004. Bereits 2005 hatte die Band eine Menge Airplays im schwedischen Radio und dann kam 2006 eine EP und 2008 veröffentlichten sie dann “Hymns in the key of 666″ und landeten ganz vorne in den Charts.
Für „LONG LIVE LOUNGE“ wurde ein ganz spezieller Auftritt auf Platte gebannt: HELLSONGS spielten in ihrer Heimatstadt Göteborg gemeinsam mit Mitgliedern des GOTHENBURG SYMPHONY ORCHESTRA! Das war nicht nur eine besondere Nacht für die Zuschauer, sondern auch für die Band.

Die Band sagte zu diesem Event: „Luxus, was ist das? Das hängt davon ab, wen man fragt: für den einen ist es der legendäre russische Kaviar, für einen anderen das berühmt-berüchtigte schwedische Surströmming und für einen Dritten wiederum schlicht, ein Dach über dem Kopf zu haben. Fragt man einen Musiker, was er unter Luxus versteht, dann wird die Antwort meist irgendein besonderes Instrument, irgendwas mit Bequemlichkeiten auf einer Tourneereise oder irgendwelchen Bühnenkrempel betreffen.

Ich möchte behaupten, dass wir dieses Jahr im Siebten Himmel des Luxus schwebten, als uns die Möglichkeit gegeben wurde, mit Teilen des Gothenburg Symphony Orchestras aufzutreten. Stellt Euch vor, ihr lasst einem Sternekoch aus eurer Heimatstadt Eure Lieblingszutaten und – Gewürze zukommen und: Voila! Zurück kommen wunderbar duftende Platten unvorstellbarer Genüsse. Übersetze das in: unsere Songs treffen auf einen erstaunlichen Komponisten/Dirigenten/Musiker, dessen Tagesgeschäft es ist, tief bewegende Streicher-Arrangements zu schreiben.

Der nächste Schritt war auch nicht von schlechten Eltern. Manche sagen, das seien keine Menschen, sondern eine Art von Maschinen. Ich würde sagen, es sind unglaublich gut ausgebildete Musiker, und, ja, wir sprechen von den Mitgliedern des Gothenburg Symphony Orchestras. Stellt Euch vor, Ihr lest ein Buch laut: Ihr seht ein Wort und sprecht es direkt richtig aus? Und genauso funktionierte es mit diesen Monstermusikern: wir gaben vier Anzähler vor, und hinter unserem Rücken machte es Drrram-da-da-Drammmm!

Das, meine lieben Freunde, verstehen wir unter purem Luxus, und deswegen war es uns auch eine Herzensangelegenheit, diesen Moment zu dokumentieren. Ihr haltet nun diese Dokumentation in Euren Händen. Und wir hoffen, sie wird auch Eure Ohren zum Lächeln bringen.

Wir jedenfalls hatten eine vollkommene, wunderbare Nacht – dank eines liebenswerten Publikums, dank einiger entsetzlich bewandter Musiker und dank eines Stapels äusserst unterhaltsamer Arrangements. Abertausendmal Dank all jenen, die etwas mit diesem Abend zu tun hatten!“

„LONG LIVE LOUNGE“ von den Hellsongs ist wie ein Hammer der mir an die Mütze fliegt (danke Udo Lindenberg)“ Ich bin beim Hören von Musik schon lange nicht mehr so aus dem Häuschen geraten. Und ich höre viel Musik.

So bleibt mir an dieser Stelle nur noch den Pressetext zu zitieren, der da unter anderem schreibt: „Sobald Du ihre Version eines IRON MAIDEN oder AC/DC Stückes gehört hast, wirst Du die Band nie mehr vergessen“. Genau so ist es.

„LONG LIVE LOUNGE“ von den HELLSONGS erscheint am 17. Februar 2012.

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„The Original Sound Of Cumbia”

The History Of Colombian Cumbia & Porro – As Told By The Phonograph 1948-79 (Text: Ali Tschertow / FishBookLetters)

Am 27. Januar findet ein herrliches Stück Musikgeschichte seinen Weg in unsere Plattenläden. Es ist nicht nur eine musikalische Zeitreise, es ist auch eine kleine Weltreise, denn wir werden nach Kolumbien mitgenommen und tauchen dort in die Historie einer Musik ein, die fremd klingt und doch viel mit uns zu tun hat.

„The Original Sound Of Cumbia”, das sind zwei CDs, dass Resultat von fünf Jahren Recherche.

CD1 beherbergt die Geschichte der frühesten kolumbianischen Cumbia die jemals aufgenommen wurden. Diese Musik eroberte eine Nation, als sie sich von der karibischen Küste kommend in Richtung Bogota bewegte.

CD2 birgt die Entwicklung dieser Musik und lässt Größen wie Alberto Pacheco, Tono Fernandez und Anibal Velasquez erklingen, die diese Musik voran brachten.

Cumbia ist ein Mix aus afrikanischen, indigenen und spanischen Rhythmen, Eine Mellange wie sie eben entsteht, wenn verschiedene Kulturen aufeinander treffen. Seinen Ursprung hat er im Delta des Rio Magdalena, eine Gegend ganz ähnlich dem Mississippidelta, wo sich Musik und Tanz am Fluss ganz besonders entwickeln. Und so wie die Gitarre das musikalische Sinnbild des Delta Blues ist, so ist das diatonische Akkordeon Sinnbild des Cumbia.

„The Original Sound Of Cumbia” bietet auf zwei CDs 55 Tracks, die dem Wissbegierigen ungeahntes über die Musik Kolumbiens erzählen und ist doch in erster Linie einfach nur eine Sammlung vom wunderbarer Musik, die wir so nicht jeden Tag zu hören bekommen und die uns für ein paar Stunden in eine Gegend ganz weit weg von hier mitnimmt.

„The Original Sound Of Cumbia” ist bestef Futter die Deinen CD-Player! :

‘The Original Sound of Cumbia’ Medley by Soundway :

Giulia y los Tellarini – „L´Arrabbiata“

Sympathischer Wahnsinn Made in Spain. (Text: Ali Tschertow)

Berühmt oder doch wenigstens bekannt wurden Giulia y los Tellarini durch Woody Allens Film „Vicky Christina Barcelona“, in welchem ihr Song „Barcelona“ zu hören war.

Manchmal bracht es einfach Bilder, um Musik an den Mann zu bringen. So ein Film schafft Atmosphäre, malt eine Situation und zieht uns mittels übergroßer Kinoleinwand dort hinein. In solchen Augenblicken sind wir besonders empfänglich für alles Mögliche und wenn man uns dann gute passende Musik anbietet, dann nehmen wir sie dankbar auf.

Giulia y los Tellarini hatten das große Glück – dass ihr Song für den Film genommen wurde und Glück braucht es immer, auch wenn man hart für den Erfolg arbeitet.

Die Sieben haben sich nicht auf ihren 2008 erworbenen Lorbeeren ausgeruht. Sie haben Songs geschrieben und sind kreuz und quer durch Europa getourt.

Das neue Album „L´Arrabbiata“ ist das Produkt der letzten drei Jahre. Elf Songs finden sich auf der neuen Platte, 11 Songs die absolut unterschiedlich sind, quasi ein Kaleidoskop aus Stilen und Rhythmen, denn die Tour-Erfahrungen der Band sind in die neuen Songs eingeflossen und so bekommt das Album einen Hauch von weiter Welt.

Langeweile kommt beim Hören von „L´Arrabbiata“ nicht auf, denn bei jedem Song haben sich Giulia y los Tellarini etwas ganz besondere einfallen lasen, so das es stets etwas zu entdecken gibt.

Für mich ist „L´Arrabbiata“ von Giulia y los Tellarini in musikalischer Hinsicht der perfekte Start ins neue Jahr und ich freue mich schon auf die Konzerte bei uns.
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Die Tourdaten:
24.01.2012 – Berlin – Crystal
25.01.2012 – Dresden – Dreikönigskirche
26.01.2012 – Stuttgart – Laboratorium
27.01.2012 – CH Schaffhausen – Kammgarn
28.01.2012 – CH Stans
29.01.2012 – A Innsbruck – Treibhaus

Zdob si Zdub – „Basta Mafia!“

Was die Rumönen können, das können die Moldawier schon lange. (FishBookLetters)

In „Gypsy Life“ einem Song vom neuen Zdob si Zdub Album fragt Roman Lagupov: „In welcher Stadt, in welchem Land befinde ich mich gerade?“ Die Frage ist nicht ganz aus der Luft gegriffen, denn die Moldawier sind längst eine „internationale“ Band, immer unterwegs und stets woanders.

Angefangen hatten sie einst als folkbeeinflusste Ska Punk Band doch mit der Zeit hat sich die Band aus Chisinău zu einer innovativen, musikalisch komplexen Unternehmung mit Elektro Dance und Alternative Rock Einflüssen gemausert, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.

 Die Band hat es schon zweimal in die höheren Ränge des Eurovision Song Contest geschafft, zuletzt mit dem Song „So Lucky“, der nun auch auf der neuen CD zu finden ist.

Das aktuelle Album entstand nicht irgendwo, von jetzt auf gleich. Nein das Album entstand in den letzten Jahren, während die Band auf Tour war. In dieser langen Zeit überschritten sie Granzen zwischen Staaten, Einflüssen und Sichtweisen. Der Titelsong „Basta Mafia!“ beschreibt diesen Weg Moldawiens eindringlich: von den Anfängen (als Teil der früheren Sowjetunion) zum Zustand heute (Supermacht der Unterwelt) bis hin zu einer möglichen Zukunft (Unabhängigkeit).

Mit viel Humor und Ironie schlägt „Basta Mafia!“ vor, mit den alten Geschichten endlich Schluss zu machen. Und das gilt nicht nur in politischer Hinsicht.

Aufgenommen wurde „Basta Mafia!“ in Berlin, wo Marc Elsner (Die Haut, Mutter, Blixa Bargeld, Mr Ed Jumps The Gun, Fanfare Ciocarlia) das Album mit den Moldawiern produzierte.

Herausgekommen ist ein echtes Sound-Feuerwerk, welches so gnadenlos schiebt und brennt, dass es einfach nicht möglich ist die Füße still zu halten. Man legt die CD ein, der Titelsong beginnt und nach spätestens 15 Sekunden bewegen sich die Zehen zur Musik, die Mundwinkel streben nach oben und auch die trübsten Augen fangen an zu strahlen. Im bereich der Musik vom Balkan ist Zdob si Zdubs – „Basta Mafia!“ die Offenbahrung des Jahres.

Das Album ist ab dem 27. Januar 2012 beim Plattendealer deines Vertrauens zu finden.

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Anais Mitchell – „Young Man In America“

Es ist immer wieder beeindruckend, wie viel Kraft in so einem doch eher zarten Körper steckt.  (Text Ali Tschertow / FishBookLetters)

Aufgewachsen ist die eher zierliche Anais auf einer Farm in Vermont. Irgendwie beste Voraussetzungen um zu einem Hillbilly zu mutieren, doch sie wuchs auf mit der Musik von Bob Dylan, Velvet Underground, Joni Mitchell, Tori Amos …. was einfach mal Qualität bedeutet.

Ursprünglich wollte sie wohl Journalistin werden, doch auch die Musik nahm einen großen Platz in ihrem Herzen ein. Nach der Schule reiste sie kreuz und quer um die Welt.

Im Jahr 2002 nahm sie dann ihr erstes Album – “The Song They Sang When Rome Fell” – auf. Einige Zeit später gewann sie den New Folk Award beim Ferville Folk Festival. Zu dieser Zeit hatte sie gerade ihr Politikwissenschaftsstudium abgeschlossen.

Anais drittes Album „The Brightness“ erscheint 2007 bei Rightous Babe Records, dem Label von Ani DiFranco, welche das Potential dieser jungen Künstlerin erkannte. Mit „The Brightness“ kam auch die Ernsthaftigkeit in das Musikmachen der Anais Mitchell. Noch bei „Hymns For The Exiled“ sagte sie “Ich habe das bisher weitaus weniger ernst genommen, was es aber leichter machte, das Album zu schreiben und einzuspielen. Nachdem ich die Anerkennung erhielt, habe ich mich mehr auf die Karriere als Musikerin konzentriert. Ich versuche nun, ein wenig fröhlicher zu werden, weil das meiner Kreativität mehr Raum lässt”.

Nun gibt es wieder ein Album von Anais Mitchell, „Young Man In America“. Am 17. Februar 2012 wird es in den Plattenläden stehen. Dieses Album scheint aus einem Guss zu sein. Es lebt absolut von ihrer Stimme, denn erst mit dieser gibt sie ihren Liedern Wärme und dieses besondere Anaismäßige, was sie so unverwechselbar macht. Meine Favoriten dieses Albums sind Track 3 – „Coming Down“ und Track 4 – „Dyin Day“. Diese Songs sind es einfach, ich höre sie an und kann landen.

Hier das z.Z. einzig verfügbare Video zu “Dyin Day”, optisch nicht so schön, aber selten :)    :

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Silvester in Leipzig? Klar!

Natürlich, es gibt gefühlte 10.000 Kneipen in Leipzig und beinahe jede veranstaltet zu Silvester eine Party oder schenkt zumindest auch am Silvesterabend Bier aus. Aber es gibt auch Gastronomen in Leipzig, die sich zu Silvester echt ein Bein ausreißen, um ihren #Gästen etwas ganz besonderes anzubieten.

Auf zwei dieser Gastronomen möchten wir heute hinweisen.

Zum einen ist es das STEIN-Restaurant am Bayrischen Platz, welches mit einer gediegenen Silvesterparty aufwartet. Herr Stein und sein Team bieten in den gigantisch tollen Räumen am Bayrischen Platz ein riesiges Büffet, inklusive Wein und Bier und natürlich Tanzmusik vom Plattenteller, wobei sicher für jeden etwas dabei sein wird.

Der andere Gastronom ist mit seinen 2 Jahren Gastronomie-Erfahrung eher ein Frischling in diesem Business, aber auch er bietet zu Silvester etwas nicht Alltägliches. Denn in der Hofburg findet eine DepecheMode-Party statt, welche von Sekl-Flatrate und fliegendem Fingerfoodbuffet begleitet wird. Dazu lockt die Hofburg mit ihren Räumen, denn wer kann schon einen echten Gewölbekeller für Partyzwecke anbieten.

Diese 2 Silvesterangebote stechen tatsächlich aus dem Angebot heraus und bieten für jeden etwas.

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Ani DiFranco – „Which Side Are You On?“

…eine Frage die man öfter mal den Leuten um sich herum stellen sollte. (Text: Ali Tschertow)

Bei Ani DiFranco ist nicht nur die Musik besonders, nein das ganze Leben dieser Frau ist irre interessant.

Geboren wurde sie Angela Marie DiFranco und die starke Folk-musikalische Prägung bekam sie im Elternhaus. Mit 9 trat sie zum ersten Mal auf. Damals zog sie mit ihrem Gitarrenlehrer durch die Kneipen und gab Beatles-Coversongs zum Besten. Als ihre Mutter nach Connecticut zog, blieb die 15jährige allein in Buffalo zurück.

Als Ani 18 war, gründete sie bereits ihr eigenes Label. Name des Labels war und ist immer noch Righteous Babe Records und das Startkapital waren gigantische 50 Dallar. Kurze Zeit später zog sie nach New York, was ihrer musikalischen Entwicklung zweifellos sehr gut tat.
Anis Fans der ersten Stunde kamen vor allem aus der Ecker politisch interessierter Menschen, Collegestudneten und viele andere, die gegen den Mainstream schwimmen.

Was sie macht, kann man am treffendsten als Folk mit Indie-Einflüssen bezeichnen. Was DiFrancos Musik ausmacht, das sind die oft sehr anspruchsvollen Texte und ihre Message, mit der sie nicht hinterm Berg hält.

Seit 1990 hat Ani DiFranco 25 Scheiben veröffentlicht. Mein persönlicher Hit ist das 2003 erschienene „Evolve“ – ein wirklich hammermäßiges Album.

Nun steht also wieder eine Veröffentlichung ins Haus. Am 20. Januar 2012 erscheint „Which Side Are You On?“, ein Album mit 12 Tracks. Ganz Ani DiFranco, ist alles wieder sehr folkig und wie immer lebt das Album von ihrer besonderen Art zu singen, von ihrer Liebe zu Brüchen und geschickt geschlagenen Bögen. Der achte Song „IF YR NOT“ ist dafür ein klasse Beleg.

Ani DiFranco ist mit „Which Side Are You On“ wieder einmal ein wirklich großartiges Album gelungen, ein Album das seit 2 Tagen quasi ununterbrochen in meinen Kopfhören läuft und mit permanent Freude macht.

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Big Deal – “Lights Out”

Irgendwo zwischen psychedelischen Sounds und herrlich wohltuendem Singersongwritertum. (Text: Ali Tschertow, FishBookLetters)

Im Begleittext zu diesem Album lese ich was von Girl/Boy-Harmonien und frage mich, ob die Pressebetreuer von MUTE da mit Flagscheinwerfern auf etwas hinweisen, was quasi so hell leuchtet wie die Sonne.

Big Deal überzeugen mit herrlich entspannter Musik, a la MISSOURI (zumindest klingt es für mich so). Ein Duo, zwei Gitarren und 2 Stimmen, die wunderbar frei zu sein scheinen. Er hat eine leicht heisere Stimme und sie klingt so klar und rein.

Die Welten, aus denen sie kommen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Costelloe kommt aus einem aufgeklärten Londoner Künstlerhaushalt, Underwood entstammt einer streng religiösen Familie aus Kalifornien,

Irgendwann trafen diese beiden so ungleichen Menschen in Großbritannien aufeinander. Während seiner Zeit bei LTTLE DEATH gab Underwood nämlich an einer Mädchenschule Gitarrenunterricht, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dort lernte er Costelloes Mutter kennen, die ihm vorschlug, den Gitarrenkenntnissen ihrer Tochter auf die Sprünge zu helfen.

Der erste Song, den Underwood Costelloe beibrachte, war „Teenage Riot“ von Sonic Youth. Recht bald wurde jedoch aus dem Unterricht ein Miteinander und sie schrieben zusammen Songs.

Nun, zwei Singles und etliche Konzerte später präsentieren Big Deal ihr Debütalbum „Lights Out“.

„Lights Out“ ist eine wunderbare Scheibe, wie gemacht für den späten Herbst, den frühen Winter. Die Songs der Beiden transportieren so viel Harmonie und Wärme, geben dir Liebe und Kraft, die dunkle Jahreszeit zu überstehen.

VÖ ist am 3. Februar 2012.
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[soundcloud url="http://soundcloud.com/big-deal/homework"]
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Die Art – „ARCANE“

Von Wahrheit und Lüge, Aufgeben und Wiederfinden. (Text: Ali Tschertow / FishBookLetters)

Vor drei Jahren ließen Makarios, Gumpi, Conne und Shiva, besser bekannt als Die Art, wieder etwas von sich hören. Nun, 2 Best-Of-Alben und eine 25 Jahre Die Art Party später, gibt es mit „ARCANE“ etwas Neues von den Leipzigern.

„ARCANE“ ist für Die Art Neuland, denn dieses Album ist ein echtes Konzeptwerk, welches sowohl als Soundtrack als auch als eigenständiges Album gesehen werden kann. Wie wir es von Die Art kennen und erwarten besticht auch dieses Album durch kantige und schnörkellose Songs in unverwechselbar „artigem“ Stil.

Als Kontrast zum klassischen Die-Art-Sound dienen die fragilen, beinahe klassisch anmutenden Kompositionen, die auch dem Film sein besonderes Flair geben.

„Das Schwanken zwischen Aufbegehren und desillusionierender Lähmung, zwischen Liebe und Verlust jeglicher Hoffnung ist nichts anderes als ein Abbild der uns umgebenden Biografien, verdichtet zu Musik, die uns träumen und trauern lässt, die mitreißt, um uns anschließend ins Bodenlose fallen zu lassen“.

Aufgenommen wurden die klassischen Die Art Songs im Leipzig Kicktheflame Studio und die Tatsache das die Songs live eingespielt wurden – was seit den guten alten Kassettenzeiten nicht mehr stattfand – trägt sicher zu den enorm dichten Sound bei.

Die Instrumentalstücke entstanden in monatelanger Arbeit in einem Weimarer Studio. Ursprünglich waren diese Songs für eine eigene LP oder CD konzipiert, doch in der Demo-Phase gerieten diese Aufnahmen in die Hände Berliner Filmleute, die an ihnen Gefallen fanden und ihre Idee für einen passenden Kurzfilm präsentierten.

Letztendlich wurde aus der Idee „An Arcane Story“ und so geriet „ARCANE“ gleichzeitig zum Soundtrack zu einem Film.

Fazit: Mit „ARCANE“ ist Die Art ein Gesamtkunstwerk gelungen, in welchem die Vier das klassische Die-Art-Schema sprengen und zu neuen Horizonten aufbrechen. Die Musik ist enorm dicht, erfreut mit dem geliebten Sound und bietet in den Filmmusik-Tracks neue und spannende Hörereignisse.

Auch der Film „An Arcane Story“ auf der beiliegenden DVD hat seine Reize, geht es in ihm doch wie so oft in den Songs der vier Leipziger um verlorene Liebe, um Aufgabe und Leiden.

Kurz gesagt ist „ARCANE“ in seiner Gesamtheit ein wirklich gelungenes Album und ein Beweis dafür, dass gerade unerwartete Wendungen das Zeug zu den besten Ergebnissen haben.

Live gibt es Die Art:
13.11.2011 Zürich – Dynamo
24.11.2011 Chemnitz – Flowerpower (mit Preview „An Arcane Story“)
25.11.2011 Magdeburg – Festung Mark
26.11.2011 Salzwedel – Club Hanseat
02.12.2011 Göttingen – Juzi
03.12.2011 Oberhausen – Druckluft
08.12.2011 Jena – Rosenkeller
09.12.2011 Leipzig – Moritzbastei (mit Preview „An Arcane Story“)
10.12.2011 Erfurt – Museumskeller
15.12.2011 Berlin – Frannz (Premiere der Kinoversion “An Arcane Story”)
16.12.2011 Fürstenwalde – Club im Park
17.12.2011 Dresden – Groovestation

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